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Forscher erzeugen Hirnzellen aus Urin

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/ips-zellen-forscher-stellen-hirnzellen-aus-urin-her-a-872009-druck.html

Forscher erzeugen Hirnzellen aus Urin

Die Idee, aus Abfall wertvolle Materialien zu gewinnen, findet Einzug in die Medizin: Chinesische Forscher haben Zellen aus menschlichem Urin in Hirnzellen umgewandelt. Das könnte einmal bei der Therapie von Krankheiten wie Parkinson helfen.
Stammzellen könnten künftig bei der Therapie diverser Krankheiten zum Einsatz kommen, etwa Parkinson und Alzheimer. Und bereits für die Erforschung möglicher Therapien ist es nötig, mit solchen Zellen zu arbeiten. Chinesische Forscher berichten im Fachmagazin "Nature Methods" von einer ungewöhnlich klingenden Methode Nervenstammzellen zu gewinnen: Sie nutzen als Ausgangsstoff Urin.

Inder empört über amerikanische Yoga-Patente


02. Juni 2007, 10:29 Uhr
Von Hasnain Kazim

Empörung in Indien: Findige US-Unternehmer im boomenden Fitness-Markt lassen sich immer mehr Yoga-Praktiken patentieren, etwa "Hot Yoga" oder "Bikram Yoga". Wenn überhaupt, heißt es in Neu-Delhi, gehört das Patent auf alte indische Philosophie Indien. Hamburg - Shiv Basant könnte jetzt ein bisschen Entspannung gut gebrauchen. Der Beamte im Gesundheitsministerium in Neu-Delhi, Abteilung Ayurveda, Yoga und andere traditionelle Heilverfahren, hat derzeit viel zu tun: Amerikanische Unternehmen wollen ein paar angeblich selbst erfundene Yoga-Übungen patentrechtlich schützen lassen. "Stellen Sie sich das mal vor!", sagt er. "Amerikanische Patente auf Yoga." Er schnauft. "Auf Yoga!"
05. Juli 2010, 00:00 Uhr

Ideologien

Der Denkautomat

Von Philipp Oehmke

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,704729,00.html

Mitten in der Kapitalismuskrise entdeckt die Subkultur den Kommunismus neu. Ihr Star ist der slowenische Philosoph Slavoj Žižek, der Marxismus mit Pop und Psychoanalyse mischt. Seine Auftritte bieten Stand-up-Comedy für eine linksradikale Avantgarde.

Schon als er sich auf den Weg zum Kommunismus-Kongress macht, an einem Freitag morgens um fünf, von Ljubljana über Zürich nach Berlin, ärgert sich Slavoj Žižek zum ersten Mal. Wieso hält eigentlich Alain Badiou, der französische Maoist, die Einführung?

Und stimmt es, dass Toni jetzt doch kommt, also Antonio Negri, der ehemalige Rote-Brigaden-Sympathisant, wo der doch immer so viel streitet mit Alain? Und außerdem: Wann wird Negri denn reden und worüber, und vor allem - wieso weiß er, Slavoj Žižek, nichts davon?

Žižek aber hat keine Zeit, sich zu ärgern. Er hat ein paar Stapel vollgeschriebener Zettel dabei, aus denen er jetzt auf den kurzen Flügen einen einstündigen Vortrag zusammenschrauben muss. Ein bisschen über Marx, viel über Hegel, über Badious "kommunistische Hypothese", die könnte er ein bisschen angreifen, über Negris Begriff der "Multitude", den könnte er sogar stark angreifen, mal sehen.

Er findet die verdammten Zettel nicht, egal, die Gedanken in ihm warten eh nur darauf herauszusprudeln. Ein Ersatz-T-Shirt für morgen oder übermorgen hat er auch dabei, es ist heiß, obwohl die Sonne in Ljubljana gerade erst aufgegangen ist, Žižek schwitzt jetzt schon, in ein paar Stunden beginnt der Kommunismus-Kongress.

Ein Wochenende Ende Juni in der Berliner Volksbühne, und die Big Three, die großen Denker der neuen Linken, sind angekündigt: Antonio Negri, Italiener, Ende siebzig, ein ehemaliger politischer Häftling, Autor von "Empire", dem bekanntesten neomarxistischen Bestseller der vergangenen zehn Jahre; Alain Badiou, Philosophieprofessor in Paris, Anfang siebzig, sehr abstrakt, Maoist und Universalist, sucht eine neue "kommunistische Hypothese"; Slavoj Žižek, Slowene, Psychoanalytiker, Philosophieprofessor in Ljubljana, Gastprofessor in Saas Fe und London, Anfang sechzig, der "Elvis der Kulturtheorie" (so der Untertitel eines Films über ihn). Oder: "Der gefährlichste Philosoph des Westens". Einer seiner erbittertsten Gegner hat ihn so genannt. Es war nicht als Kompliment gemeint, gerade deswegen gefällt es Žižek.